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Entwaldungsfreie Lieferketten eröffnen Kleinbauern in Honduras neue Möglichkeiten zur finanziellen Teilhabe

  • Juli 2026
  • Projekte
Die Partner veranstalteten am 27. Mai beim honduranischen Kaffeeproduzenten Becamo eine Zeremonie, um einen „abholzungsfreien“ Container auf seinem Weg in die Europäische Union zu versiegeln

Die Partner veranstalteten am 27. Mai beim honduranischen Kaffeeproduzenten Becamo eine Zeremonie, um einen „abholzungsfreien“ Container auf seinem Weg in die Europäische Union zu versiegeln

Was wäre, wenn das Umweltengagement eines Kaffeebauern die Tür zu einer Finanzierung öffnen könnte? In Honduras wird diese Idee zum ersten Mal Wirklichkeit — und die Hamburg Coffee Company (HACOFCO) ist stolz, Teil davon zu sein. Ein Bündnis zentraler Akteure, unterstützt von der Europäischen Union und Deutschland, verwandelt die Umwelt-Compliance-Daten von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in verifizierbare Informationen für den Zugang zu formellen Krediten über einen digitalen Marktplatz.

Nach monatelanger Arbeit, die Kaffeeplantagen in Copán (Honduras) mit Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland verbindet, ist ein Meilenstein erreicht: die erste EUDR-konforme Kaffeelieferung von Produzenten, die auf dem einzigen landwirtschaftlichen Kreditmarktplatz des Landes registriert sind. Der Pilotexport von Capucas-Kaffee ist Teil einer Handelsvereinbarung über 10 Container mit insgesamt 189,52 Tonnen und spiegelt die Arbeit von 170 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern wider: 36 Frauen, 16 junge Menschen und 118 Männer. Ihr Engagement zeigt, dass honduranischer Kaffee europäische Verbraucherinnen und Verbraucher versorgen kann, ohne dass ein einziger Baum gefällt wird — und dass dabei zugleich neue Wege zur finanziellen Inklusion entstehen.

Für HACOFCO geht es bei diesem Projekt um mehr als die Einhaltung der EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte (EUDR). Rückverfolgbare, entwaldungsfreie Beschaffung sichert die gleichbleibende Qualität, die unsere Kunden erwarten, und stärkt die langfristige Widerstandsfähigkeit unserer Lieferbasis.

„Rückverfolgbarkeit und die Existenzgrundlagen der Kaffeebäuerinnen und Kaffeebauern sind das Fundament einer wirklich nachhaltigen Lieferkette — sie ermöglichen Umweltschutz, sichern gleichbleibende Qualität und schaffen die Resilienz, die unser Geschäft braucht, um in Zeiten des Klimawandels und zunehmend volatiler Märkte wettbewerbsfähig zu bleiben.“

— Miriam Trinker, Sustainability and Supply Chain Manager bei HACOFCO

Die Daten, die zur Einhaltung der EUDR erhoben werden — Rückverfolgbarkeit, Entwaldungsfreiheit, Handelshistorie und legale Produktion — sind genau die Informationen, die Finanzinstitute benötigen, um einen Produzenten zu bewerten. Über den von Confianza SA-FGR entwickelten digitalen Marktplatz können Finanzinstitute das Produktionsprofil jedes Kaffeebauern einsehen, der die europäischen Anti-Entwaldungsstandards erfüllt, und konkrete Finanzierungsangebote machen. ODEF ist das erste Finanzinstitut, das sich dem Pilotprojekt angeschlossen hat. Indem das Projekt den Zugang der Bäuerinnen und Bauern zu formellen Krediten unterstützt, stellt es sicher, dass die Produzenten hinter unserem Kaffee weiterhin in Qualität und Klimaanpassung investieren können — ein direkter Gewinn für die Stabilität unserer Beschaffung.

Diese Initiative wurde ermöglicht durch die wertvolle Partnerschaft mit Confianza SA-FGR, der Kaffeekooperative Capucas (COCAFCAL), der Hamburg Coffee Company (HACOFCO) und unter der technischen Leitung der Alliance of Bioversity International and CIAT.

Das Projekt wird durch den Due Diligence Fund von SASI unterstützt, umgesetzt von der GIZ und finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es wird darüber hinaus durch das Programm „Great Forests of Mesoamerica“ und die „Coffee and Forests Initiative“ gefördert, kofinanziert von der Europäischen Union und dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI).

„Wir haben uns dieser Initiative angeschlossen, weil sie Technologie mitbringt — und diese Technologie wird von einem Bekenntnis zur Inklusion getragen: Sie will Produzenten unterstützen, die bislang keine Stimme haben und die sich durch den fairen und verantwortungsvollen Handel mit ihrem Kaffee für Kredite qualifizieren können, um weiterhin die hervorragende Qualität zu liefern, die sie mit dieser Lieferung bewiesen haben.“

— Omar Rodríguez Romero, Geschäftsführer der Kaffeekooperative Capucas